Dienstag, 19. Februar 2019

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Förderkonzept

Förderkonzept der GS Warmsen „Stärken stärken - Defizite verringern“

Inhalt

1.       Leitgedanken

2.       Förderbereich

2.1.    Förderung der sozialen Kompetenz

2.2.    Förderung der kognitiven Kompetenzen

2.2.1. Bestandsaufnahme

2.2.2. Dokumentation der individuellen Lernentwicklung

2.2.3. Individuelle Förderung im Unterricht

2.2.4. Zusätzlicher Förderunterricht Deutsch

2.2.5. Leseförderung

2.2.6. Sprachförderung für Flüchtlingskinder

2.2.7. Förderunterricht Mathematik

2.3.1. Förderung durch individuelle Förderpläne

2.3.2. Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleichs

2.3.3. Abweichen von den Grundsätzen der Leistungsbewertung

2.4.    Förderung grundlegender Kompetenzen in Arbeitsgemeinschaften

2.5.    Hausaufgabenbetreuung

2.6.    Klasse 2000

2.7.    Förderung der motorischen Fähigkeiten

2.7.1. Förderung der verschiedenen Ziele im Sportunterricht/Sportförderunterricht

2.7.2. Durchführung des Schwimmunterrichts

2.8.    Kooperation Schule und Verein

2.9.    Pausenspiele

3.       Sprachförderung vor der Einschulung 

1. Leitgedanken

„Jedes Kind in der Grundschule hat einen Anspruch darauf, individuell gefördert und gefordert zu werden. Die Grundschule bietet dafür Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten, entwickelt Grundqualifikationen für das selbständige Arbeiten, gleicht Defizite aus und unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei unterschiedlichen Lernschwierigkeiten.“

(aus: Verlässliche Grundschule – Niedersachsen macht Schule, Hrsg. Nieders. Kultusministerium, Juli 1999)

"Der Unterschiedlichkeit von Schülerinnen und Schülern hinsichtlich ihrer Begabungen und Neigungen und ihres Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens ist durch ein differenziertes Lernangebot und durch binnendifferenzierten Unterricht Rechnung zu tragen. Hierbei gilt es, das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und die Leistungsfreude des Kindes zu stärken.“

(aus: Die Arbeit in der Grundschule, Erlass des MK vom 3. 2. 2004)

Die seit 2004 geltende allgemeine Stundentafel enthält keine Förderstunden mehr, weist aber die Möglichkeit aus, dass Anteile der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht von der Schule zur thematisch-individuellen Schwerpunktsetzung im Rahmen eines Förderkonzeptes eingeplant werden können. Jedes der genannten Fächer darf hierfür während der gesamten Grundschulzeit nur einmal um eine Stunde gekürzt werden. Allerdings sollen Schülerinnen und Schüler durch zusätzliche Fördermaßnahmen nicht mehr als zwei Stunden über die Pflichtstundenzahl unterrichtet werden.

(vgl. Die Arbeit in der Grundschule, Erlass vom MK vom 3. 2. 2004)

Daraus ergibt sich, dass die notwendige Förderung in der Regel im gemeinsamen Unterricht durch die Anwendung des didaktischen Prinzips der Binnendifferenzierung in seinen vielfältigen Formen und Möglichkeiten erfolgt.

Diese integrative Form der differenzierten Förderung kommt allen Schülerinnen und Schülern zugute; auch die Leistungsstärkeren können durch Fordern gefördert werden.

2 Förderbereiche

2.1. Förderung der sozialen Kompetenz

Uns allen ist ein harmonisches und angenehmes Schulklima von großer Bedeutung und somit die Förderung sozial kompetenter Verhaltensweisen ein besonderes Anliegen. Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler und alle, die in unserer Schule arbeiten, bemühen sich bewusst um einen respektvollen und freundlichen Umgangston. Die Kinder sollen erfahren, dass das Zusammenleben und -lernen für alle angenehm verlaufen kann, wenn Rücksicht aufeinander genommen und sich gegenseitig geholfen wird. An der Gestaltung des sozialen Lebens im Schulalltag wirken die Kinder aktiv mit. Im Unterricht werden mit den Kindern gemeinsam Regeln erarbeitet und aufgestellt, an die sich jeder in der Klasse halten muss.

Weiterhin wurde eine Schulordnung entwickelt, zu deren Einhaltung alle Kinder und Erwachsenen verpflichtet sind. Wesentliche Punkte sind: Vermeidung von Gewalt und ein ordentlicher und verantwortungsbewusster Umgang mit Materialien und Schuleigentum. Im Umgang mit Regelverstößen hat sich gezeigt, dass die Überschaubarkeit unserer Schule einen Vorteil bietet. Die Lehrer können bei Auffälligkeiten mit denselben Konsequenzen reagieren, da durch kurze Informationswege schnell ein Konsens über die Reaktions- und Vorgehensweise hergestellt ist. Ein klärendes Gespräch zur Aufarbeitung der Situation mit den beteiligten Kindern gehört jedoch in jedem Fall dazu. Hierbei soll jedes Kind in Ruhe seine Version darstellen können und die Kinder sollen sich gegenseitig zuhören.

Dienste innerhalb der Klasse (z. B. Aufräum-, Getränke- oder Tafeldienst) aber auch der Ausleihdienst für das Pausenhofspielzeug werden zur Entwicklung eines gemeinschaftlichen Verantwortungsbewusstseins eingerichtet.

Innerhalb des Klassenverbandes aber auch auf Schulebene soll das „Wir-Gefühl“, die gegenseitige Toleranz und Akzeptanz durch Rituale (z. B. Erzählkreis, regelmäßige Platzwechsel, Weihnachtsfeiern) und Aktionen (z. B. klassenübergreifende Projekte und Feiern, Schulfeste, Klassenausflüge) gestärkt werden.

Ein Demokratieverständnis soll den Schülern vermittelt werden, indem zum Beginn des Schuljahres in den Klassen Klassensprecher gewählt werden. Diese treffen sich dann im Gremium „Schülerrat“.

Um sozial kompetentes Verhalten anzubahnen, werden entsprechende Inhalte auch im Unterricht einbezogen. Die Gesundheits- und Suchtprävention wie auch die Gewaltprävention gehören zu den jährlich wiederkehrenden Themen im Unterricht (z. B. Klasse 2000, „Mein Körper gehört mir“). Hierbei werden wir von außerschulischen Institutionen (z. B. Gesundheitsamt, DRK, Präventionsrat, Polizei) unterstützt.

2.2. Förderung der kognitiven Kompetenzen

2.2.1. Bestandsaufnahme

Bevor wir für unsere Schüler und Schülerinnen individuelle Förderpläne erstellen, beobachten wir sie zielgerichtet, um ihren Entwicklungsstand festzustellen. Wir ermitteln ihre Lernvoraussetzungen, stellen ihren aktuellen Lern- und Leistungsstand fest und analysieren ihn sorgfältig, damit wir sie tatsächlich dort abholen können, wo sie stehen.

Wir bemühen uns, ihre individuellen Stärken herauszufinden und die Ursachen für ihre Lernschwierigkeiten möglichst früh zu erkennen. Fehler, die gemacht werden, nutzen wir als Chancen, indem wir sie analysieren.

Auf den von uns entwickelten Beobachtungsbögen zur individuellen Lernentwicklung protokollieren wir die Lernstände aller Schüler von Klasse 1 bis 4. Weiterhin werden die Lernstände der Schüler durch Lernzielkontrollen und die begleitende Beobachtung im Unterricht regelmäßig festgehalten. Aufgrund unserer Beobachtungen und mit Unterstützung der wegen der Inklusion unserer Schule zugeordneten Förderschullehrkraft können mit geeigneten Testverfahren Lernschwierigkeiten bei ausgewählten Kindern diagnostiziert und entsprechend gefördert werden. Lernschwierigkeiten und Lernlücken, aber auch besondere Begabungen können auf diese Weise zeitnah beobachtet und geeignet gefördert und gefordert werden. Darüber hinaus gibt es die externe Evaluation durch die landesweiten Vergleichsarbeiten im dritten Jahrgang, die in Deutsch und Mathematik durchgeführt werden.

2.2.2. Dokumentation der individuellen Lernentwicklung

Mit der Einführung der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung im Schuljahr 2006/2007 und der damit verbundenen Verbindlichkeit zur Erstellung schriftlicher individueller Förderpläne wurden für unsere Schule Beobachtungsbögen erarbeitet. Diese ermöglichen die Diagnose der Lernausgangslage in der Anfangszeit des ersten Schuljahres und die weitere Dokumentation der Lernentwicklung während der Grundschulzeit.

Wenn bei der Erhebung der Lernentwicklung in einem oder mehreren Bereichen Unterstützungsbedarf bei einem Kind diagnostiziert wird, ist zusätzlich ein Förderplan anzulegen, der den Bedarf und die vorgesehene Förderung ausweist.

2.2.3. Individuelle Förderung im Unterricht

Die individuelle Förderung und Forderung findet an unserer Schule vor allem im Rahmen der inneren Differenzierung im Unterricht statt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten weitgehend selbstständig, so dass die Lehrkraft Zeit findet, entsprechende Schülerinnen und Schüler während des Klassenunterrichts individuell zu fördern oder zu fordern. Mit dem Wechsel der Sozialformen im Unterricht (Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit) geben wir den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu fördern. Dabei achten wir darauf, die Selbstständigkeit, Eigensteuerung, Selbstkontrolle und die Reflektion über den eigenen Lernprozess zu fördern.

Selbstverständlich ist uns allen klar, dass für einige Kinder diese Organisationsform der Förderung nicht ausreichend ist, so dass auch Maßnahmen der äußeren Differenzierung eingesetzt werden.

2.2.4. Zusätzlicher Förderunterricht Deutsch

Je nach Bedarf werden alle Kinder der Klassen abwechselnd in verschiedenen Gruppen oder als eine Gruppe gefördert. Dadurch haben wir die Option, leistungsheterogene oder -homogene Gruppen bilden zu können.

Die Kinder können bereitgestellte Materialien bearbeiten und mit Selbstkontrolle auf Richtigkeit überprüfen. Dazu bieten sich je nach Förderinhalt verschiedene Sozialformen an. Die Lehrkraft kann dabei einzelne Kinder oder kleine Gruppen gezielt fördern. Neben den lehrbucheigenen und selbst erstellten Fördermöglichkeiten können auch computergestützte Lern- und Übungsformen eingesetzt werden (Antolin, Lernwerkstatt, Übungs-CD zum Lehrbuch, ...).

2.2.5. Leseförderung

Die Leseförderung findet an unserer Schule in allen Schuljahren auf vielfältige Weise statt, damit die Kinder Freude am Lesen entwickeln können. Im Deutschunterricht werden die individuellen Lesefähigkeiten der Kinder differenziert gefördert und gefordert und fächerübergreifend in allen Unterrichtsfächern berücksichtigt. Schwächere Schüler benötigen viel Übung und Unterstützung. Seit 2009 sind daher Lesehelfer im Einsatz. Sie unterstützen die Lehrkräfte bei der Leseerziehung. Im Verlauf der letzten Jahre hat sich der Einsatzbereich ausgeweitet, so dass wir mittlerweile von „Lernhelfern“ unterstützt werden, die eben in unterschiedlichen Unterrichtsbereichen unterstützend mitwirken.

Seit einigen Jahren arbeiten wir mit Antolin, der interaktiven Leseplattform des Schroedel-Verlages im digitalen Bereich, um einen weiteren Lernanreiz zu schaffen. Jährlich findet am Ende des Schuljahres eine Lesewoche mit anschließender Präsentation der Ergebnisse statt. In unserer Schülerbücherei können die Schüler Kinderliteratur und Sachbücher über vielfältige Themen ausleihen und ihren eigenen Leseinteressen nachgehen.

Sofern finanziell realisierbar, organisieren die Lehrkräfte regelmäßig eine Autorenlesungen für unsere Schule.

In der Regel wird halbjährlich im Rahmen einer AG eine Schülerzeitung erstellt. Diese Arbeit bietet den Schülern die Möglichkeit Texte von Kindern für Kinder zu schreiben und zu lesen.

2.2.6.Sprachförderung für Flüchtlingskinder

Flüchtlingskinder werden häufig im laufenden Schuljahr einer altersgerechten Klasse zugeordnet oder werden regelgerecht in die Jahrgangsstufe 1 eingeschult. Neben besonderen sehr individuellen und in der Regel traumatischen Vorerfahrungen benötigen diese Kinder eine besondere Zuwendung, einen passenden Schonraum und angemessene sprachliche Förderung. Eine solche Förderung organisieren wir mit Lehrkräften und durch Unterstützung der Lernhelfer, unserer „ Bufdi“ und ggf. einsetzbarer Praktikanten. So gelingt es dem erweiterten Team der Grundschule Warmsen, den bisher bei uns eingeschulten Flüchtlingskindern über äußere Differenzierung (zusätzliche Stunden für Einzelförderung durch Lehrkräfte), äußerer und innerer Differenzierung im Klassenunterricht (Lernhelfer, Praktikanten und „Bufdi“), Unterstützung bei der Hausaufgabenhilfe (Lehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiterinnen, „Bufdi“ und Praktikanten) und durch Unterstützung im Ganztagsbetrieb (Lehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiterinnen, „Bufdi“, Praktikanten) ein auch strukturiertes Sprach-Lern-Angebot zu organisieren.
 
Jedes Flüchtlingskind hat seine individuelle Historie, auch was den Spracherwerb und den Schriftspracherwerb betrifft. Aktuell sind unserer Schule Kinder zugewiesen, die noch keine Schulbildung genossen haben.
 
Kinder ohne vorherige Schulbildung
 
Wenn wir es geschafft haben, dass die Kinder angstfrei und möglichst regelmäßig zum Unterricht erscheinen, werden für die Kinder individuell bedeutsame Situationen thematisiert. Die individuellen Erfahrungen und schulrelevante Lernfelder werden jedem Kind individuell angeboten. Aufgrund unterschiedlicher Herkunft und auch unterschiedlicher Spracherfahrungen ist eine Gruppenbildung nur sehr eingeschränkt bis gar nicht sinnvoll, wird für die Planung aber immer wieder überprüft.
 
Der Elementarwortschatz wird aufgebaut und damit Alltagsdialoge ermöglicht. Hörverstehen, Aussprache und regelkonforme Wort- und Satzbildung wird entwickelt. Der Schriftspracherwerb wird angebahnt und dann auch entwickelt.  Die Teilnahme in sowohl privater, als auch schulischer Umgebung wird entwickelt und gefördert, um eine Teilnahme am Regelunterricht zu ermöglichen.

2.2.7. Förderunterricht Mathematik

Im Fach Mathematik haben wir keine Möglichkeit, eine Förderstunde auszuweisen. Daher erfolgt die Förderung auch hier durch innere Differenzierung. Während des Unterrichts gibt es neben Phasen des gemeinsamen Unterrichts immer themenbezogene Einheiten, in denen die Kinder im eigenen Tempo ihre Aufgaben erledigen. Dabei sollen sie ihrem Könnensstand gemäß Förder- oder Forderaufgaben bearbeiten. Die Lehrkraft kann gezielt Hilfestellungen geben bzw. einzelne Kinder oder Kleingruppen in einer Thematik unterstützen.

Immer mehr Kinder benötigen ein Maß an Aufmerksamkeit und Unterstützung, so dass teilweise auch eine äußere Differenzierung sinnvoll ist. So können die Kinder mit dem lehrwerkseigenen Förder- oder Fordermaterial, von der Lehrkraft speziell aufbereiteten Materialien, mit entsprechender Software und natürlich mit Hilfe der Lehrkraft, der Lernhelferinnen und Lernhelfer und auch stärkerer Kinder in Einzelarbeit bzw. Kleingruppen den schwierigeren Unterrichtsstoff aufarbeiten.

2.3.1. Förderung durch individuelle Förderpläne

Ist in der Konferenz zur Individuellen Lernentwicklung festgestellt worden, dass ein Kind eine besondere Förderung benötigt, wird für das Kind ein Förderplan erstellt. Hierin wird neben den Stärken des Kindes der Förderschwerpunkt und den sich daraus resultierenden strukturellen und zeitlichen Interventionsmöglichkeiten entwickelt. Diese Ergebnisse werden intensiv mit den Eltern und dem Kind besprochen.

Im festgelegten Zeitraum werden Eltern und Lehrkräfte die abgesprochenen Unterstützungsmaßnahmen wie z.B. tägliche Begleitung des Lernauftrags durch die Eltern, besondere Übungs- und Lernsituationen in der Schule, etc. durchführen und zum Ende des zeitlichen Rahmens wieder überprüfen und besprechen. Sollten diese Maßnahmen doch nicht greifen, muss über weitere Schritte beraten werden.

2.3.2. Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleich

Als Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleichs kommen vor allem die Ausweitung der Arbeitszeit und die Nutzung von Hilfsmitteln in Frage. Hierzu bedarf es eines Beschlusses der Klassenkonferenz. Dabei ist zu beachten, dass Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleichs auf die Erleichterung des Lernerwerbs und auf das Ermöglichen der Leistungserbringung, nicht aber auf die Leistungsbewertung und auf die Reduzierung von Leistungsanforderungen ausgerichtet sind.

So kann z. B. bei Lernkontrollen einer Schülerin oder einem Schüler mit besonderen Rechenschwierigkeiten im Mathematikunterricht die Möglichkeit gegeben werden, Zehnermaterial zu nutzen, auch wenn andere Schülerinnen und Schüler bereits Rechenoperationen ohne Rückgriff auf solches Material ausführen. Bei besonderen Leseschwierigkeiten können z. B. Aufgabenstellungen auch im Sach- oder Mathematikunterricht vorgelesen werden.

2.3.3. Abweichen von den Grundsätzen der Leistungsbewertung

In Fällen, in denen über die Förderung und die Gewährung von Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleichs noch weitere Schritte erforderlich erscheinen, kann von den Grundsätzen der Leistungsbewertung abgewichen werden. Hierzu bedarf es ebenso eines Beschlusses der Klassenkonferenz. Auch Abweichungen von den Grundsätzen der Leistungsbewertung sind auf die individuelle Lernsituation abzustimmen. Bei besonderen Rechtschreibschwierigkeiten kann je nach Ausprägung z. B. entschieden werden, für einen befristeten Zeitraum die Beurteilung der Rechtschreibung nicht in die Beurteilung der Fächer einzubeziehen. Es kann aber auch angebracht sein, in den Fremdsprachen mündliche Leistungen stärker zu gewichten.

2,4,. Förderung grundlegender Kompetenzen in Arbeitsgemeinschaften

Kinder unserer Schule haben alle unterschiedliche Lebenserfahrungen gesammelt und damit individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt. Damit hat jedes Kind eigene Stärken entwickelt, die sich auch im Unterricht auswirken. Natürlich haben alle Kinder auch Bereiche, in denen sie noch grundsätzlich gefördert werden sollten. Dabei wirken sich manche dieser Bereiche unspezifisch auf die unterschiedlichen Schulfächer aus und bedürfen damit einer fachunabhängigen Förderung. Da wir die Kinder in ihrer ganzheitlichen Entwicklung unterstützen, bieten sich unterschiedliche Arbeitsgemeinschaften ohne direkten Fachbezug geradezu an, grundlegende Fähigkeiten zu fördern. Da immer mehr Kinder neben koordinativen Schwierigkeiten gerade im sozialen Bereich immer häufiger Auffälligkeiten zeigen, bieten wir fachübergreifende bzw. fachunabhängige Arbeitsgemeinschaften mit wechselnden Inhalten an. Arbeitsgemeinschaften mit diesem Anspruch bedürfen der Leitung mit einer ausgebildeten pädagogischen Qualifikation und sollte daher sinnvollerweise durch Lehrkräfte erteilt werden. Darüber hinaus haben sich in diesem Bereich Kooperationen mit geeigneten außerschulischen Personen und Institutionen als sinnvoll für die Weiterentwicklung der Schülerinnen und Schüler erwiesen.

2.5. Hausaufgabenbetreuung

Seit dem Schuljahr 2005/2006 bieten wir in unserer Schule regelmäßig eine Hausaufgabenbetreuung an. Die Anmeldung gilt immer für ein Halbjahr, um eine Kontinuität zu gewährleisten.

Die Kinder können immer von Montag bis Donnerstag in der sechsten Stunde in der Hausaufgabenbetreuung unter Anleitung und mit Hilfe einer Lehrkraft und/oder einer pädagogischen Mitarbeiterin bzw. pädagogischen Assistentin ihre Hausaufgaben erledigen.

Mit Einführung der offenen Ganztagsschule bieten wir die Hausaufgabenbetreuung auch in der 7. Stunde nach dem Mittagessen an. So können auch die Kinder Hausaufgaben unter Betreuung machen, die während des Vormittags in der 6. Stunde Unterricht haben.

Während dieser Hausaufgabenbetreuung können die Kinder, je nach Bedarf, ihre Aufgaben eigenständig erledigen, können andere Kinder aus ihrer Klasse oder auch ältere Kinder um Rat und Beistand bitten und natürlich auch mit der Lehrkraft etwaige Fragen klären. Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, erklärende oder vertiefende Fragen zu stellen. Kinder, die mit den Aufgaben keine Probleme haben und schon vor Stundenende fertig werden, können durch weiterführende Aufgaben gefordert werden.

Der Zuspruch aus der Elternschaft und die Reaktion der Kinder zeigen uns immer wieder, dass diese Stunden sowohl im Sinne der Förderung als auch der Forderung sinnvoll angelegt sind. Natürlich erfolgen die Anmeldungen in der Mehrheit aufgrund zeitlicher Engpässe bei den Eltern, doch sind auch immer wieder Kinder in der Hausaufgabenbetreuung, die das Potential dieser Förder- und Forderzeit auch ohne diese äußeren Zwänge nutzen möchten und/oder keine häusliche Unterstützung erhalten können.

2.6. Klasse 2000

Seit dem Schuljahr 2006/07 nimmt die GS Warmsen am Gesundheitsprogramm „Klasse 2000“ teil.

Ziele dieses Projektes sind:

  • Förderung der Körperwahrnehmung und einer positiven Einstellung zur Gesundheit,
  • Stärkung der persönlichen und sozialen Kompetenzen,
  • Schulung eines kritischen Umgangs mit Tabak, Alkohol und den Versprechen der Werbung,
  • Unterstützung der Schule auf dem Weg zur Gesundheitsfördernden Grundschule.

2.7. Förderung der motorischen Fähigkeiten

Als „sportfreundliche Schule“ legen wir großen Wert auf die Bewegungsförderung unserer Kinder und unterstützen die Forderung des Landes Niedersachsen „das Lernen durch Bewegung“ die Lernentwicklung gezielt fördert und dem Kind hilft.

Mit dem Sportförderunterricht bietet die Grundschule Warmsen für ihre Schüler eine ergänzende Maßnahme zum regulären Sportunterricht an. Dieses zusätzlich fördernde Unterrichtsangebot soll insgesamt zu einer Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit beitragen, dabei individuelle Defizite und Schwächen ausgleichen, Fehlentwicklungen korrigieren, Wahrnehmung fördern und psychosozialen und emotionalen Problemen entgegenwirken.

2.7.1. Förderung der verschiedenen Ziele im Sportunterricht/Sportförderunterricht

Motorische Ziele:

  • Fördern der elementaren und komplexen Wahrnehmung
  • Entwickeln eines vielfältigen Bewegungsrepertoires
  • Entwickeln der Bewegungs-und Haltungskoordination
  • Erhöhung der körperlichen Belastung( Ausdauer )
  • Erwerb spezifischer Fertigkeiten für das Erlernen von Sportarten

Soziale Ziele:

  • Fördern von Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Fairness, Kooperation und Zusammenarbeit
  • Fördern der Fähigkeit, Aufgaben und Rollen zu übernehmen
  • Fördern der Fähigkeit, eigene Interessen aufzuschieben
  • Fördern der Fähigkeit, Konflikte zu ertragen und zu bewältigen
  • Fördern der sozialen Integration

Emotionale Ziele:

  • Ermöglichen von physischer und psychischer Anpassung und Entlastung
  • Ermutigen, eigene Gefühle zum Ausdruck zu bringen
  • Sensibilisierung, Gefühle anderer zu erfahren

Kognitive Ziele:

  • Fördern der Fähigkeit, Handlungen zu reflektieren und vorausschauend zu planen
  • Fördern der Fähigkeit, Probleme gemeinsam zu lösen
  • Fördern der Kreativität und der Selbstdarstellung/eigene Anerkennung
  • Fördern und Beobachten von Schülerverhalten /Anpassung
  • Fördern der Kritikfähigkeit und Respektierung der Regeln
  • Förderung der Fähigkeit, eigenes Leistungsvermögen einschätzen zu können

Neben dem Sportunterricht wird an der Grundschule Warmsen auch Sportförderunterricht erteilt.

Der Sportförderunterricht wird in Kleingruppen erteilt und unterstützt die Kinder unserer Schule, bei denen wir im Zuge der Einschulungsuntersuchungen und der Überprüfungen zu Beginn der ersten Jahrgangsstufe in den oben dargestellten Zielvorstellungen Unterstützungsbedarf festgestellt haben. Natürlich können dadurch keine fundamentalen Defizite therapiert werden, sondern nur leichte Auffälligkeiten. Bei grundlegenden Problemen sprechen wir die Eltern an.

Die Grundschule Warmsen wurde 2008 das erste Mal als sportfreundliche Schule ausgezeichnet und verteidigt ihren Titel jedes Jahr durch die Teilnahme an vielen sportlichen Wettkämpfen auf Kreisebene. Die teilnehmenden Schüler/innen der Grundschule Warmsen werden dafür mit Urkunden und Ehrungen ausgezeichnet.

2.7.2. Durchführung des Schwimmunterrichts

Neben dem Sportunterricht in der Turnhalle oder auf dem Schulhof haben wir in unserer Schule die Möglichkeit, das fußläufig erreichbare Schwimmbad zu nutzen. Gegen den allgemeinen Trend, dass immer mehr Schulen keine Möglichkeit haben Schwimmunterricht zu geben, können bei uns die Kinder ab der dritten Jahrgangsstufe erste Erfahrungen mit dem Wasser sammeln und durch einen fundierten Schwimmunterricht ihre Schwimmfähigkeit erhalten bzw. verbessern. Da das Schwimmbecken nicht einem Lehrschwimmbecken entspricht und die Gruppengröße bei über 15 Kindern liegt, müssen wir mit zwei Personen den Schwimmunterricht erteilen. Dazu erhalten wir in der Regel Unterstützung von den Eltern. So können wir garantieren, dass immer eine aufsichtsberechtigte Person für die notwendige Sicherheit sorgt.

2.8. Kooperation Schule und Verein

Die Grundschule Warmsen nimmt mit Erfolg an dem Aktionsprogramm „ Schule und Verein“ vom Niedersächsischen Landessportbund und der Landesschulbehörde teil. Der Verein „Sport und Gesundheit e.V. Warmsen“ erteilt drei Unterrichtsstunden in Kooperation an der Grundschule Warmsen: Ballspiele, Akrobatik und Tanz und Gesundheitsförderung. Dieser zusätzliche Sportunterricht wird von den Mädchen und Jungen der Grundschule mit Begeisterung angenommen und genutzt.

2.9. Pausenspiele

Um den Spiel- und Bewegungsdrang der Kinder während der Pausenzeiten zu unterstützen und unserem Anspruch als sportfreundliche Schule zu genügen, steht den Kindern zusätzlich zu den regulären Großgeräten auf dem Schulhof eine Vielzahl von Spielgeräten (z.B. Einräder, Stelzen, Pferdeleinen ...) zur Verfügung, mit denen sie sich beschäftigen können.

Jedes Kind hat die Möglichkeit sich ein Spielzeug für die Dauer einer Pause „auszuleihen“. Das Ausleihsystem wird von den Schülern der 3. und 4. Klassen selbstständig geleitet.

3. Sprachförderung vor der Einschulung

Um mangelnde Deutschkenntnisse und geringe Sprachkompetenz bei Lernanfängern bereits vor der Einschulung zu beheben bzw. zu verbessern, werden im Rahmen der Anmeldung die sprachlichen Fähigkeiten der zukünftigen Erstklässler überprüft.

Werden sprachliche Defizite festgestellt, nimmt das Kind im Jahr vor der Einschulung an einem speziellen Förderunterricht teil. Dieser sollte, wenn möglich, von der Lehrkraft im Kindergarten durchgeführt werden, um dem Kind eine vertraue Umgebung zu bieten.

Der Förderunterricht soll es dem Kind ermöglichen, sich einen altersgemäßen Wortschatz zu erarbeiten und diesen sicher anzuwenden, damit es seine Umwelt und den Schulalltag erfassen und bewältigen kann.

Es findet eine systematische und handlungsorientierte Förderung statt, wie z.B.

  • gezielte Wortschatzarbeit
  • kindgerechte Visualisierung
  • Üben von sprachlichen Strukturen

Es wird Arbeitsmaterial verwendet, das zum Üben des mündlichen Formulierens, folgerichtigen Denken, gemeinsamen Beobachten, Spielen (z.B. Gesellschaftsspiele und Rollenspiele) und Basteln anregt.

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Jörn Oltmanns